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Artikel: Interview mit Gründerin Eva

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Interview mit Gründerin Eva

"Kunst ist für uns ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Wir sind dafür gemacht, uns kreativ auszudrücken, etwas zu bewirken, etwas zu schaffen."

Eva Philipp hat vor fast fünf Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das Modelabel 1C1Y gegründet. Heute sprechen wir mit ihr über Kleidung als zweite Haut, sterbende Handwerkskünste und die Frage, warum Schönheit und Verantwortung kein Widerspruch sind. 
Es gibt Gründer, die über Marken sprechen. Und es gibt Gründer, die über Menschen sprechen. Eva Philipp gehört zu Letzteren. Spricht sie über 1C1Y, merkt man schnell: Es geht nicht nur um das Kleid, die Hose oder das Hemd. Es geht darum, was Kleidung bedeuten kann und was ein Kauf im Stillen bewirkt.

"Wir sind nicht gewinnorientiert."

Das klingt erstmal provokant – doch Eva meint genau das.

"In erster Linie sind wir ein Modelabel, das nicht gewinnorientiert ist. Es muss sich rechnen, wie jedes Unternehmen – aber unser großer Fokus ist, dass wir schöne Kleidung machen wollen und parallel dazu Kinder unterstützen wollen, die in nicht so privilegierten Verhältnissen aufwachsen."

Partnerorganisation von 1C1Y ist ARTHELPS – eine NGO, die Kinder in Krisensituationen durch Kunstworkshops unterstützt. Nicht mit Sachspenden, sondern mit etwas, das Eva als fundamentaler erachtet: das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. "Der Mensch ist wunderschön gemacht, mit allem, was er kann, mit seinen Händen, seinen Sinnen. Viele Kinder wachsen in Situationen auf, die einfach perspektivlos sind. Diesen Horizont haben sie nicht. Und deswegen ist diese Arbeit für uns so wichtig."

Kleidung als zweite Haut

Warum ausgerechnet ein Modelabel? Eva lacht kurz, dann kommt die Antwort ohne Zögern. "Kleidung ist ja eigentlich etwas total Schönes. Es ist meine zweite Haut. Ich möchte über Kleidung meine Persönlichkeit ausdrücken. Kleidung schützt mich, schmückt mich – ich kann damit Statements setzen."

Was sie antreibt, ist auch das, was sie stört: dass Kleidung längst zur Massenware verkommen ist. "Jeder läuft im Grunde gleich aussehend herum. Das ist so schade, dass in unserer Zeit Kleidung zu einem Massenartikel geworden ist." 1C1Y ist der Versuch, dem etwas entgegenzusetzen – mit Teilen, die man nicht zweimal trägt und dann vergisst, sondern die zu Lieblingsteilen werden.

"Wir wollen Mode machen, die dich wirklich anzieht, die dich als Persönlichkeit noch schöner macht. Teile, die lange getragen werden, nicht nur im Schrank hängen. Deswegen ist uns die Qualität total wichtig: gute Stoffe, gutes Design, gute Handwerkskunst. Nur dann habe ich lange Freude an einem Teil."

Das Atelier: Wo Handwerk, Mode und Kunst zusammenfließen

 

Dann spricht Eva das Projekt an, das ihr gerade besonders am Herzen liegt: die Atelier-Linie von 1C1Y. Und man merkt sofort – hier wird es persönlich. "Das Atelier 1C1Y ist ein großes Herzensprojekt. Es sind drei Säulen, die wir mit diesem Projekt zusammengeführt haben: schöne Mode, Handwerk und Kunst. Das sind drei Bereiche, die uns schon sehr lange am Herzen liegen."

Besonders die Handwerkssäule hat große Bedeutung. Eva und ihr Mann kommen aus einer Handwerkerfamilie – 15 Generationen lassen sich zurückverfolgen. Was sie in Deutschland beobachtet, beunruhigt sie.

"Wenn wir uns in Deutschland umschauen, hat das Handwerk in den letzten Jahrzehnten total an Bedeutung verloren. Viele Produktionsstätten wurden ins Ausland verlagert, viele Handwerksberufe sind komplett ausgestorben. Es geht Wissen verloren, das über Generationen weitergegeben wurde."

 

"Gerade im Textilbereich haben wir gesehen, wie ganze Regionen ausgestorben sind, die früher Stoffe produziert oder Nähereien hatten. Alles weg. Zum Glück gibt es noch ein paar Einzelne, die diese Zeitstürme überlebt haben."

Eines dieser Ateliers fand Eva mit ihrem Team in Süddeutschland. Sie waren persönlich vor Ort, haben zugesehen, wie die Kleidungsstücke genäht werden. Was sie dort erlebt hat, hat sie nachhaltig beeindruckt. "Es hat mich fasziniert, wie viele Einzelschritte notwendig sind, um eine Hose fertigzustellen. Wie viel Expertise, wie viele Handgriffe – die Hand muss es einfach 10.000-mal gemacht haben. Das hat mich total beflügelt und stolz gemacht, dass wir diese Kollektion in Deutschland produzieren konnten."

Kunst als Grundbedürfnis

Die dritte Säule des Ateliers ist die Kunst – und auch hier hat Eva eine klare Haltung.

"Für uns ist Kunst ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Wir sind dafür gemacht, uns kreativ auszudrücken, etwas zu bewirken, etwas zu schaffen. Wir sind nicht dafür gemacht, zwölf Stunden vor einem Bildschirm zu sitzen – sondern um unsere Hände, unsere Sinne, unsere Fähigkeiten zu nutzen."

Atelier · Detail

Das Atelier Shirt – entworfen vom Designer Lasse Kruschwitz – birgt in seiner inneren Lage ein verstecktes Kunstwerk der Berliner Künstlerin Jade Cassidy. Eine Serie lebendiger floraler Zeichnungen, die mit wenigen echten Pinselstrichen entstanden sind. „Die Blumen sprechen miteinander“, sagt Eva. „Sie sind wie kleine Persönlichkeiten, die miteinander interagieren, sich bewegen.“ Entdeckt wird das Stück oft erst beim zweiten oder dritten Tragen. Es ist dieses Denken in Schichten, im wahrsten wie im übertragenen Sinne, das 1C1Y von anderen Labels unterscheidet. Ein Kleidungsstück, das nicht nur passt, sondern etwas zu erzählen hat. Es trägt Handwerk in sich, birgt Kunst und unterstützt mit jedem Kauf ein Kind.

Vielleicht ist das die ehrlichste Zusammenfassung dessen, was Eva antreibt: der Glaube daran, dass Schönheit und Verantwortung kein Widerspruch sein müssen. Dass man sich schön anziehen und gleichzeitig Gutes tun kann. Dass Kleidung mehr sein darf als nur Konsum.

The Atelier Collection – handgefertigt in Deutschland, in limitierter Stückzahl.

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